Wie krisenfest ist Wunstorf? | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Wie krisenfest ist Wunstorf?

Bundesweiter Warntag 2026. (Foto: KI generiertes Bild)
Bundesweiter Warntag 2026. (Foto: KI generiertes Bild)
Bundesweiter Warntag 2026. (Foto: KI generiertes Bild)
Bundesweiter Warntag 2026. (Foto: KI generiertes Bild)
Bundesweiter Warntag 2026. (Foto: KI generiertes Bild)

Stromausfall, Trinkwasserausfall, Starkregen, Überflutungen oder extreme Hitze sind längst keine rein theoretischen Szenarien mehr. Die Grünen im Wunstorfer Stadtrat wollen deshalb wissen, wie gut die Stadt auf größere und länger andauernde Krisen vorbereitet ist – und vor allem, ob die vorhandenen Planungen im Ernstfall auch tatsächlich funktionieren. Mit einer Anfrage an die Verwaltung nehmen die Grünen deshalb die kommunale Krisenvorsorge und den Bevölkerungsschutz in Wunstorf unter die Lupe.

„Wir wollen nicht erst im Krisenfall feststellen, dass Zuständigkeiten ungeklärt sind, Notstrom nicht ausreicht oder niemand weiß, wo die Menschen Hilfe bekommen. Vorsorge bedeutet, vorher zu wissen, was funktioniert – und was nicht“, erklärt Fraktionsvorsitzender Marvin Nowak. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, die Verantwortung der Region Hannover für den Katastrophenschutz oder Zuständigkeiten von Land und Bund auf die Stadt zu übertragen. Die Frage ist vielmehr: Was tut Wunstorf selbst, um im Krisenfall handlungsfähig zu bleiben? Gefragt wird deshalb unter anderem nach bestehenden Notfall- und Einsatzplänen, der Notstromversorgung kommunaler Einrichtungen, der Vorbereitung auf einen länger andauernden Stromausfall und der Sicherstellung der Trinkwasserversorgung. Auch der Umgang mit Starkregen, Überflutungen und extremer Hitze steht auf der Tagesordnung.


Krisenvorsorge ist auch eine politische Aufgabe. Wir wollen deshalb Transparenz darüber, wo Wunstorf bereits gut aufgestellt ist – aber genauso darüber, wo es noch Lücken gibt. Denn im Ernstfall ist es zu spät, diese Lücken erst zu suchen.
Krisenvorsorge ist auch eine politische Aufgabe. Wir wollen deshalb Transparenz darüber, wo Wunstorf bereits gut aufgestellt ist – aber genauso darüber, wo es noch Lücken gibt. Denn im Ernstfall ist es zu spät, diese Lücken erst zu suchen.

Krisenvorsorge ist auch eine politische Aufgabe. Wir wollen deshalb Transparenz darüber, wo Wunstorf bereits gut aufgestellt ist – aber genauso darüber, wo es noch Lücken gibt. Denn im Ernstfall ist es zu spät, diese Lücken erst zu suchen.

Marvin Nowak, Fraktionsvorsitzender der Grünen

Besonders wichtig ist den Grünen die Frage nach der praktischen Umsetzung. „Ein altes Papier, auf dem irgendwo ein Notfallplan steht, bringt uns im Ernstfall noch nicht weiter. Wir wollen wissen, wann diese Pläne zuletzt praktisch getestet wurden, welche Schwachstellen dabei festgestellt wurden und was anschließend tatsächlich verbessert wurde“, so Nowak. Auch die Kommunikation mit der Bevölkerung wird thematisiert. Denn im Falle eines großflächigen Stromausfalls könnten Mobilfunk, Internet und digitale Informationsangebote schnell an ihre Grenzen kommen. Wenn das Handynetz ausfalle, reiche eine Pressemitteilung auf der Homepage nicht. „Es braucht belastbare Strukturen und Anlaufstellen, die auch dann funktionieren, wenn die digitale Infrastruktur ausfällt“, macht Nowak deutlich.

Die Grünen wollen zudem erfahren, welche konkreten Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit der Region Hannover für Wunstorf entstanden sind und welche Maßnahmen daraus auf kommunaler Ebene abgeleitet wurden. „Wir brauchen keine Zuständigkeitsdebatte nach dem Motto: Dafür ist die Region zuständig. Entscheidend ist, was wir als Stadt selbst beitragen können und ob diese Beiträge im Ernstfall ineinandergreifen. Bevölkerungsschutz funktioniert nur, wenn die einzelnen Ebenen vorbereitet sind und zusammenspielen“, sagt Nowak. Die Anfrage soll deshalb nicht bei einer Bestandsaufnahme stehen bleiben. Die Verwaltung soll auch offenlegen, wo sie selbst noch Defizite sieht, welche Maßnahmen bislang nicht umgesetzt sind und welche Verbesserungen priorisiert werden sollen.

Warntag

Die Wunstorfer Sirenen blieben auch beim bundesweiten Warntag in diesem Jahr am 10. September still. Das liegt an den weiterhin fehlenden technischen Voraussetzungen. Zwar stehen Gelder für die Modernisierung des Netzes bereit, es kommt aufgrund personeller Engpässe aber weiter zu Verzögerungen. Ausschreibungen sind in Vorbereitung. Was die Bieter schlussendlich leisten, ist aber noch offen. Daher könne die Stadt aktuell keinen Zeitplan nennen, wann das Netz ertüchtigt ist.


    André Tautenhahn (tau)
    André Tautenhahn (tau)
    Freiberuflicher Journalist
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