Beate ter Hell und Dr. Dirk Ludolph sind verheiratet und leben seit vielen Jahren in Luthe. Beide sind gelernte ausgebildete Zierpflanzengärtner und waren im Versuchswesen des Zierpflanzenanbaus an der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und am Standort Lehr- und Versuchsanstalt in Hannover-Ahlem tätig. Seit April dieses Jahres wechselten sie in den Ruhestand.
Beate ter Hell begann ihre berufliche Laufbahn in Oldenburg und wechselte dann nach Hannover. Sie hat sich viele Jahre mit besonderen Formen bei Weihnachtssternen beschäftigt. Drei Viertel werden in Deutschland produziert, es gibt allein mehr als 120 rote Sorten. Dirk Ludolph stieg 1987 nach den ersten Ölkrisen thematisch in produktionstechnische Fragen der modernen Gewächshauskultur mit energiesparenden Anbausystemen ein. Hier spielt die Sonnenenergie eine maßgebliche Rolle für die etwa 300 Zierpflanzen-Betriebe in Niedersachsen. „Unsere Ergebnisse waren für die Pflanzenerzeuger enorm wichtig“, sagte ter Hell. Sie riefen an und äußerten ihre Wünsche. Es wurde eine Prioritätenliste aufgestellt, die nach und nach abgearbeitet wurde.
„Vielen jüngeren Menschen sind Pflanzen, die in Kunststofftöpfen gesetzt sind, ein Dorn im Auge“, sagte ter Hell. Es habe exzellente Start Ups gegeben, die sich mit Alternativen beschäftigen. Aktuell sind etwa 10 verschiedene Topfhersteller am Markt, die verschiedene alternative Produkte herstellen. Die Diplom-Gartenbauingenieurin begleitete die Entwicklung. Ziel sei es, Pflanze und Topf gemeinsam in die Erde zu setzen. Entscheidend sei auch der Preis, ein Kunststofftopf kostet zwischen drei und fünf Cent, ein „alternativer“ Topf um 30 Cent. Versucht wird, umweltfreundliche Töpfe ohne Kunststoff für zehn Cent herzustellen. „An diesem Thema ist meine Nachfolgerin dran, die auf meine Erfahrung zurückgreifen kann“, so ter Hell.
Dirk Ludolph hat von 2010 bis 2015 in einem größeren Projekt untersucht, wie Gewächshäuser nur mit Sonnenenergie beheizt werden können. Ziel sei es, eine Temperatur von 18 bis 20 Grad zu erreichen. Und das funktioniere, nur in den Monaten von November bis Februar reiche die Sonnenenergie nicht aus, es müssten dann auch Alternativen, wie Windkraft und Biomasse zusätzlich eingesetzt werden. Es ist nur ein kleiner Auszug aus der Arbeit der Gartenbauwissenschaftler. Sie haben in jahrzehntelanger Forschung auf dem Gebiet des Zierpflanzenanbaus den erzeugenden Betrieben manche Unterstützung und Tipps für eine optimale Produktion gegeben. Wenn sie gebraucht werden, stehen sie dem Berufsstand gerne mit ihrer Erfahrung zur Verfügung.