Bürgermeisterwahl 2026 | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Bürgermeisterwahl 2026

Will für das Amt des Bürgermeisters kandidieren: Martin Pavel. (Foto: gi)
Will für das Amt des Bürgermeisters kandidieren: Martin Pavel. (Foto: gi)
Will für das Amt des Bürgermeisters kandidieren: Martin Pavel. (Foto: gi)
Will für das Amt des Bürgermeisters kandidieren: Martin Pavel. (Foto: gi)
Will für das Amt des Bürgermeisters kandidieren: Martin Pavel. (Foto: gi)

Der CDU-Stadtverbandsvorstand Wunstorf hat auf einer Sitzung am Montagabend den Parteivorsitzenden Martin Pavel als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 13. September 2026 einstimmig vorgeschlagen. Die endgültige Entscheidung treffen die Mitglieder Anfang 2026 in einer gesonderten Versammlung. „Es ist eine große Ehre, dass mir der Parteivorstand klar das Vertrauen ausgesprochen hat“, erklärt Pavel. Nun will er die Zustimmung der Mitglieder gewinnen.

Pavel wirbt für einen politischen Neuanfang: „Wunstorf braucht eine zeitgemäße und offene Kommunikationskultur und vor allem einen komplett neuen politischen Stil im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern und dem Rat der Stadt.“ Es gehe um einen neuen Spirit, den er in die Verwaltung bringen möchte und den es brauche, um beispielsweise eine bestehende Verunsicherung unter den Beschäftigten zu beseitigen. Pavel will auch den Austausch mit den Grünen und der FDP suchen, um überparteilich Lösungen zu entwickeln. Das heißt allerdings nicht, dass die Große Koalition im Rat nun zur Disposition steht. Im Gegenteil: SPD und CDU arbeiten gut zusammen und das soll auch bis zum Ende der Wahlperiode so bleiben.

Allerdings wird es bei einigen Themen sicherlich noch Diskussionen geben. Pavel nennt unter anderem die anstehende Innenstadtsanierung und die Umsetzung des ISEK-Programms. Inzwischen haben sich aus der Bevölkerung über 5500 Menschen an einer Unterschriftenaktion beteiligt. Das dürfe man nicht ignorieren. Richtig sei es, über einen Arbeitskreis, den SPD und CDU einsetzen wollen, ins Gespräch mit allen Beteiligten zu kommen. Ein weiteres Thema ist der Umbau des Wunstorf Elements. Pavel kann sich mit Blick auf die knappen personellen Ressourcen in der Verwaltung nur schwer vorstellen, dass dieses Riesenprojekt parallel zur Innenstadtsanierung umgesetzt werden kann.

Im Wahlkampf will er die Menschen für eine andere Politik begeistern und eine zentrale Anlaufstelle schaffen (nicht die CDU-Geschäftsstelle). Hier können Ideen und Wünsche eingebracht werden. Das heißt, das Wahlprogramm soll aktiv mitgestaltet und nicht wie in der Vergangenheit fertig ausgearbeitet vorgelegt werden. Wichtig sind Pavel aber zehn zentrale Punkte, die er auf seiner Website veröffentlicht hat. Dazu gehören die Wohnraumpolitik, ein neues Gesamtkonzept für die Bäderlandschaft, die Innenstadt, Kinderbetreuung und Feuerwehr, Wachstum, ein Wärmenetz für die Barne sowie eine Stärkung der Sportstätten, die Schaffung von Radschnellwegen, eine bessere Parkplatzsituation und mehr digitale Beteiligungsformate.

Das alles müsse in der Umsetzung schneller werden als das bisher der Fall ist. Selbstkritisch räumt Pavel ein, an vielen Entscheidungen beteiligt gewesen zu sein. Er sei Teil des Establishments, wolle sich aber nicht aus der Verantwortung stehlen. Man habe im Rat viel angeschoben, doch die Einflussmöglichkeiten auf der Umsetzungsebene seien begrenzt. Deshalb wolle er als Bürgermeister in den ”Maschinenraum des Rathauses” wechseln und Verantwortung übernehmen. Bürgermeister und Landräte (Regionspräsident) bleiben künftig länger im Amt und zwar acht statt fünf Jahre. Der Landtag hat eine entsprechende Gesetzesänderung im Januar verabschiedet. Sie soll dazu beitragen, die Ämter in den kommunalen Verwaltungen für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber attraktiver zu machen. Die nächste Bürgermeisterwahl werde damit besonders richtungsweisend, betont Pavel.

Sofern das Votum des Parteivorstandes durch die Mitglieder bestätigt wird, würde Pavel nach 2021 bereits zum zweiten Mal für die CDU ins Rennen gehen. Bei der letzten Bürgermeisterwahl setzte sich der SPD-Kandidat Carsten Piellusch bereits im ersten Wahlgang mit 55,1 Prozent der Stimmen durch und zog ins Rathaus ein. Martin Pavel erreichte 31,3 Prozent, Frank Kettner-Nikolaus von den Grünen kam auf 13,6 Prozent. Ob neben Amtsinhaber Piellusch und Pavel weitere Bewerber antreten wollen, ist derzeit noch nicht bekannt.

Der Artikel ist aktualisiert worden.

Über den Kandidaten

Martin Pavel ist 40 Jahre alt, verheiratet und lebt mit seiner Familie in der Kernstadt. Der Betriebswirt arbeitet im Kommunalmanagement eines Energieversorgers in Hannover und ist seit 2011 in der Branche tätig. Seit 16 Jahren führt er den CDU-Stadtverband, sitzt seit 14 Jahren im Stadtrat und ist seit 2019 stellvertretender ehrenamtlicher Bürgermeister.


    André Tautenhahn (tau)
    André Tautenhahn (tau)
    Freiberuflicher Journalist
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