Auf dem Gelände der KRH-Psychiatrie soll ein Neubau entstehen. Allerdings ist seit dem Abriss der Bestandsgebäude und der erforderlichen Gründungsarbeiten längere Zeit nichts mehr passiert. Hintergrund sind überarbeitete Pläne, mit denen die Stadt zunächst überraschend konfrontiert worden war. Es bestand Gesprächsbedarf, da man unter anderem um die öffentliche Funktion des künftigen Sozialzentrums bangte. Doch die Vorbehalte konnten in der vergangenen Woche ausgeräumt werden, wie bei einer Vorstellung des überarbeiteten Entwurfs am Donnerstag (17. September) im Bauausschuss deutlich wurde.
Kern der Änderungen betrifft lediglich den Ersatzneubau des Sozialzentrums mit Cafeteria und Mehrzwecksaal, der zur Innenstadt gerichtet an den Straßen Südstraße/Am Stadtgraben entstehen soll. Dieser Baukörper war zunächst zweigeschossig geplant, soll nun aber in der Höhe reduziert werden und nur noch ein Geschoss haben. Das Gebäude ist städtebaulich bedeutsam. Schließlich soll es auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und unter anderem der Stadtrat hier künftig wieder tagen. Derzeit weicht das Gremium regelmäßig in die Aula der Otto-Hahn-Schule aus. Die Projektplaner betonten nun im Bauausschuss, dass die ursprünglich in Aussicht gestellte Funktionalität auch mit dem neuen Entwurf gewahrt bleibe.
Die bislang angestrebte Verteilung auf zwei Ebenen lasse sich demnach auch auf einer Fläche mit Trennwänden realisieren. Äußerlich falle der geänderte Gebäudekörper nunmehr zurückhaltender und mit gefalteter Dachlandschaft auf. Die Planer sprechen von einem freundlichen und einladenden Charakter. Die Stadt wünscht sich etwas mehr Einblick, daher soll die Front mit einem 2,5 bis 3 Meter hohen Fenster am Eingang versehen werden. Das neue Haus 1 soll aufgrund seiner übergeordneten Funktion eigenständig wirken und in einem rot-braunen Farbton gehalten sein. Eine Begrünung des Daches werde noch diskutiert. Der Fördermittelgeber müsse dem aber zustimmen. Unverändert bleibt der Neubau des Stationsgebäudes der Erwachsenenpsychiatrie mit sechs Stationen und 114 Betten.
Bürgermeister Carsten Piellusch hatte am Donnerstag bereits die Neuigkeit auf seinem Facebook-Kanal verkündet. „Noch im September erfolgt die Baustelleneinrichtung und der Hochbau für die neuen Gebäude des Klinikums Region Hannover im Bereich Südstraße/Stadtgraben kann starten.” Aus städtischer Sicht begrüße er die Umplanung. „Sie bringt Vorteile für unser Stadtbild, denn durch die Reduzierung der Anzahl der Geschosse wird das Fachwerkgebäude an der Südstraße bzw. am Stadtgraben, das ehemalige Offiziersheim, nicht optisch überwölbt.”
Die Planer bestätigten im Bauausschuss, dass ein Unternehmen für den Hochbau inzwischen beauftragt worden sei und bald loslegen wolle. Bislang haben auf dem geräumten Baufeld lediglich Verlegearbeiten von Leitungen und Kabeln sowie aufwendige Gründungsarbeiten stattgefunden. Rund 300 Betonpfähle sind bis zu zwölf Meter tief in die Erde eingebracht worden. Der erste Bohrpfahl wurde Mitte Oktober 2025 gesetzt. Auf dieser Basis sollten bereits die Gebäude errichtet werden. Das Besondere ist eine nachhaltige Holzhybridbauweise. Die Änderung der Pläne wirkt sich auch auf den Zeitplan aus. Auf einen Fertigstellungstermin wollen sich die Planer nicht mehr festlegen. Ursprünglich war mal das Jahr 2027 vorgesehen.