Rechtsanspruch auf Ganztag | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Rechtsanspruch auf Ganztag

Richtet Ganztagsschulzüge ein: Die Grundschule Kolenfeld.  (Foto: tau)
Richtet Ganztagsschulzüge ein: Die Grundschule Kolenfeld. (Foto: tau)
Richtet Ganztagsschulzüge ein: Die Grundschule Kolenfeld. (Foto: tau)
Richtet Ganztagsschulzüge ein: Die Grundschule Kolenfeld. (Foto: tau)
Richtet Ganztagsschulzüge ein: Die Grundschule Kolenfeld. (Foto: tau)

Um den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für zunächst Schüler in der ersten Klasse erfüllen zu können, setzt die Stadt auf pragmatische Lösungen (wir berichteten). Die Grundschulen Kolenfeld, Bokeloh und Oststadtschule starten zum neuen Schuljahr 2026/2027 bereits ohne größere Umbauten mit einem Ganztagsbetrieb. Der Fall Kolenfeld zeigt aber, dass das Vorgehen neue Probleme mit sich bringt. Um kurzfristig den Rechtsanspruch für den ersten Jahrgang zu erfüllen, geraten andere Kinder ins Hintertreffen.

Unsicherheiten

Parallel zur Grundschule verfügt Kolenfeld über eine Hortgruppe. Dort sind aktuell neun Plätze frei. Diese wurden von der Stadt vorrangig Erstklässlern aus dem Ortsteil Luthe angeboten, um den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zu erfüllen. In Luthe gibt es bislang noch keine Ganztagsschule, der Umbau der Grundschule hat aber begonnen. Zudem sind die verfügbaren Hortplätze knapp. Ein kurzfristiger Start eines Ganztagsbetriebes an der Grundschule wie in Kolenfeld, Bokeloh oder in der Oststadt ist in Luthe aus baulichen und räumlichen Gründen nicht möglich, sagt die Stadt auf Nachfrage. Die Folge: Kinder des ersten Jahrgangs müssen auf andere Standorte wie Kolenfeld oder die Oststadt ausweichen, sofern sie ihren Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung geltend machen.

Bislang wollen zwei Kinder aus Luthe das Angebot eines Hortplatzes in Kolenfeld annehmen. Es könnten jedoch noch mehr werden, da sich die sogenannten Flexi-Kinder erst bis Mai entscheiden müssen. Solange diese Frist läuft, können die übrigen sieben freien Hortplätze nicht anderweitig vergeben werden, was zu Unsicherheiten bei Eltern in Kolenfeld führt, sagt Ortsratsfrau Christin Fietz (SPD) dem Stadtanzeiger. Das betrifft besonders Kinder älterer Jahrgänge, für die noch kein gesetzlicher Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung besteht. Diese absehbare Entwicklung hat im Ortsrat für Unmut gesorgt. Fietz hat deshalb einen umfangreichen Fragenkatalog an die Stadtverwaltung gerichtet, der auch im Schulausschuss sowie im Sozialausschuss behandelt werden soll.

Härtefallregelung

Fietz spricht sich unter anderem für eine Härtefallregelung zugunsten der Kolenfelder Kinder aus. Auch wenn für die älteren Jahrgänge derzeit noch kein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bestehe, müsse die Stadt nach pragmatischen Lösungen suchen, damit auch diese Kinder eine Betreuung bekommen, wenn sie es wünschen. So regte sie unter anderem Gespräche mit der Kirchengemeinde an, um zu prüfen, ob im Gemeindehaus zusätzliche Kapazitäten eingerichtet werden könnten. Sowohl in Kolenfeld als auch in Luthe sind die Hortkapazitäten seit Jahren knapp. Die Stadtverwaltung bewertet die aktuelle Situation jedoch weniger dramatisch als der Ortsrat. Man befinde sich derzeit noch mitten im Vergabeprozess, der zunächst abgewartet werden müsse, so Stadtsprecher Daniel Pfingsten. Die Erfahrung zeige, dass sich mit der Zeit die Lage einspiele und jedem Kind, das eine Betreuung benötigt, auch ein Platz angeboten werden könne.

Ganztagsbetreuung

Geplante Maßnahmen an der Grundschule Kolenfeld

Durch Umstrukturierungen entstehen zwei neue Ganztagsräume, die auch vormittags für Differenzierung und als Bibliothek genutzt werden. Zwei bisherige Medienräume werden zu weiteren Differenzierungsräumen umgebaut und in den Ganztagsbetrieb eingebunden. Der bisher zu kleine Werkraum im Keller wird aufgegeben. Stattdessen entsteht auf der Tribüne der Sporthalle ein neuer Werkraum mit rund 80 Quadratmetern. Für die Ausstattung der neuen Räume sind 50.000 Euro vorgesehen, weitere 7.000 Euro für die Mittagessenausgabe. Die Mittel sind im Haushalt eingeplant.


    André Tautenhahn (tau)
    André Tautenhahn (tau)
    Freiberuflicher Journalist
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