Rote Kreuze als Mahnung | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Rote Kreuze als Mahnung

Mit einem Andreaskreuz: Das Arbeitsteam der BI Kolenfeld. (Foto: privat)
Mit einem Andreaskreuz: Das Arbeitsteam der BI Kolenfeld. (Foto: privat)
Mit einem Andreaskreuz: Das Arbeitsteam der BI Kolenfeld. (Foto: privat)
Mit einem Andreaskreuz: Das Arbeitsteam der BI Kolenfeld. (Foto: privat)
Mit einem Andreaskreuz: Das Arbeitsteam der BI Kolenfeld. (Foto: privat)

Das Aktionsbündnis Bahn Bürgerinitiativen Deutschland (ABBD), in dem mehr als 50 Bürgerinitiativen bundesweit vertreten sind, hat auch in diesem Jahr zu einem Aktionstag unter dem Motto „Für eine bessere Bahn“ aufgerufen. Die Bürgerinitiative Kolenfeld hat diesen Aufruf genutzt, um den geplanten Verlauf der neuen ICE-Trasse bei Wunstorf sichtbar zu machen und ihre Kritik an den Plänen der Bahn zu verdeutlichen. Anfang Dezember des vergangenen Jahres hat die Deutsche Bahn ihre Vorzugstrasse für den Abschnitt Hannover–Bielefeld festgelegt und damit aus Sicht der Initiative auch den Beschluss des Wunstorfer Stadtrates unberücksichtigt gelassen. Nach den Planungen der Bahn soll die Trasse die A2 unmittelbar neben der Biogasanlage queren, durch das Hochwasserausgleichsgebiet führen, knapp an der ehemaligen Müllkippe vorbeilaufen und anschließend den südlichen Teil des Haster Waldes durchschneiden.

Unterstützt von Ortsbürgermeister Karsten Grobe hat die Bürgerinitiative Kolenfeld am Aktionstag symbolische rote Andreaskreuze entlang des geplanten Streckenverlaufs aufgestellt. Die Aktion soll auf die nach Ansicht der Initiative problematische Linienführung aufmerksam machen und ein deutliches Signal gegen die Neubaupläne von Bahn und Bundesverkehrsministerium setzen. Zeitgleich fanden ähnliche Aktionen weiterer Initiativen entlang der geplanten Trasse statt, darunter in Haste, Groß Munzel, der Samtgemeinde Nenndorf, Minden und Porta Westfalica. „Mit dieser gemeinsamen Aktion soll auch die Verbundenheit aller Bürgerinitiativen entlang der Strecke aufgezeigt werden“, erklärte Peter Krippner, stellvertretender Vorsitzender der BI Kolenfeld. Man trete geschlossen auf und lasse sich nicht gegeneinander ausspielen. Gemeinsam habe man bereits die Petition für einen Deutschlandtakt ohne Hochgeschwindigkeit erfolgreich vor den Petitionsausschuss des Bundestages gebracht und hoffe nun auf eine positive Empfehlung und eine anschließende Bestätigung durch das Parlament.

„Das Motto des heutigen Aktionstages ‘Für eine bessere Bahn‘ passt sehr gut zu unseren Zielen“, betonte Jörg Nohl, Vorsitzender der BI Kolenfeld. Eines der vordringlichen Anliegen der Initiative sei die Stärkung des Nah- und Regionalverkehrs. Dafür müsse die dringend nötige Kapazitätserweiterung der bestehenden Strecke zwischen Wunstorf und Minden im Zuge der geplanten Generalsanierung endlich eingeplant und umgesetzt werden. Nur so ließen sich Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Züge in Wunstorf spürbar verbessern. Eine separate ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse hingegen würde nach Einschätzung der Initiative frühestens in 30 bis 40 Jahren eine Entlastung bringen.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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