Badeinsel ohne Perspektive | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Badeinsel ohne Perspektive

Hat laut Verwaltung derzeit keine Priorität: Die Weiterentwicklung der Badeinsel. (Foto: wb)
Hat laut Verwaltung derzeit keine Priorität: Die Weiterentwicklung der Badeinsel. (Foto: wb)
Hat laut Verwaltung derzeit keine Priorität: Die Weiterentwicklung der Badeinsel. (Foto: wb)
Hat laut Verwaltung derzeit keine Priorität: Die Weiterentwicklung der Badeinsel. (Foto: wb)
Hat laut Verwaltung derzeit keine Priorität: Die Weiterentwicklung der Badeinsel. (Foto: wb)

Die Zukunft der Badeinsel bleibt ungewiss. In der Ortsratssitzung am 8. April machte die Stadtverwaltung deutlich, dass das Areal bis mindestens 2032 keine Priorität hat. Auch eine private Initiative für einen Calisthenics-Park stieß zunächst auf Ablehnung. Der Ortsrat übte deutliche Kritik.

Zwar standen einige Punkte auf der Tagesordnung der Ortsratssitzung am 8. April, aber der mit Abstand wichtigste für den Erholungsort war die Zukunft der Badeinsel. Sicher war dies auch allen Anwesenden außer der Stadtverwaltung vorab klar gewesen. Dennoch schmetterte sie das Ansinnen der Ortsratsmitglieder, endlich eine Zukunft für die Badeinsel zu finden, ebenso ab wie die private Initiative zur Errichtung eines Calisthenics-Parks. In einer kurzen Einführung stellte Ortsbürgermeisterin Christiane Schweer (CDU) bereits die Kernfragen: Wie geht es mit der Badeinsel weiter? Muss der Ortsrat aktiv werden oder wird die Stadt aktiv? Nach den Ausführungen von Fachbereichsleiterin Elisabeth Momma, die allerdings erst einige Monate im Amt ist, war jedem klar, dass auf lange Sicht nichts passieren wird. Die Badeinsel hat in den aktuellen städtischen Planungen keine Priorität. Vorrang hat der Ausbau der Grundschulen zur offenen Ganztagsschule und die Feuerwehr. Für die Zukunft einer in die Jahre gekommenen Badeinsel sind auf Sicht keine Kapazitäten frei. Man bedenke, auf Sicht bedeutet hier das Jahr 2032. Was Ortsratsmitglied Wilhelm Bredthauer gleich zu der Anmerkung veranlasste, dass dann ohnehin kein Geld da sei. Das stünde ja schon jetzt fest.

Auch für den privat finanzierten Calisthenics-Park gab es seitens der Verwaltung kein grünes Licht. Hier blockiert der Aufbau des Calisthenics-Parks Wunstorf die Initiative in Steinhude. Angefangen bei fehlenden Kapazitäten im Hochbauamt bis zu Erfahrungswerten im Hinblick auf Folgekosten und Unterhaltungskosten. Bredthauer merkte dann auch an, dass man für Wunstorf Zeit hat und baut aber für Steinhude nicht. Auch die Ortsratsmitglieder der anderen Parteien sparten nicht mit Kritik an der Verwaltung. So war der Calisthenics-Park bereits in der letzten Sitzung am 28. Januar (wie berichtet) ausführlich vorgestellt worden. Bis zur Sitzung hatte es keinen Kontakt zwischen Verwaltung und Initiative gegeben. Damit wird eine Idee gleich im Keim erstickt, obwohl bereits in diesem Jahr ein Volleyballnetz und neue Spielgeräte auf die Insel gebracht wurden, wie Christian Broer (CDU) anmerkte. Da könne er sich auch gut noch ein Sportgerät für Erwachsene vorstellen. Und so kam man schnell zu der Frage, die dann auch Sven Dahlke (SPD) stellte: Warum wurde überhaupt zu diesem Zeitpunkt ein Konzept beantragt? Schließlich wusste man schon vorher, dass die primären Projekte nicht in kurzer Zeit erledigt sind, sondern für einen längeren Zeitraum Kapazitäten binden würden. Auch der Hinweis, dass der Calisthenics-Park zu groß im Hinblick auf ein späteres Konzept sei, wurde als vorgeschoben abgeschmettert.

Die parteiübergreifende Fassungslosigkeit mündete schließlich in einem Auftrag an die Verwaltung. Einstimmig wurde beschlossen, dass die Verwaltung sich mit der Initiative zusammensetzen soll und eine zeitnahe Umsetzung inklusive Klärung offener Fragen wie zum Beispiel Fallschutz prüfen soll.


Verena Walter-Bockhorn (wb)
Verena Walter-Bockhorn (wb)
Freie Journalistin
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