Reise fördert die Inklusion | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Reise fördert die Inklusion

In Amsterdam: Schülerinnen und Schüler der Paul-Moor-Schule und der Xplore Agora Schule. (Foto: privat)
In Amsterdam: Schülerinnen und Schüler der Paul-Moor-Schule und der Xplore Agora Schule. (Foto: privat)
In Amsterdam: Schülerinnen und Schüler der Paul-Moor-Schule und der Xplore Agora Schule. (Foto: privat)
In Amsterdam: Schülerinnen und Schüler der Paul-Moor-Schule und der Xplore Agora Schule. (Foto: privat)
In Amsterdam: Schülerinnen und Schüler der Paul-Moor-Schule und der Xplore Agora Schule. (Foto: privat)

Es waren gleich zwei Premieren für die Schülerinnen und Schüler der Paul-Moor-Schule im April. Zum ersten Mal nahm ihre Schule an einem Projekt des EU-Programms Erasmus+ teil und zum ersten Mal ging man auf Klassenfahrt. Bei dem Projekt handelte es sich um das Kurzzeitprojekt „Gemeinsam gegen Ausgrenzung – Vielfalt leben und verstehen: Lernen mit Anne Frank“. Ein nicht ganz einfaches Thema für die Schülerinnen und Schüler der Förderschule.

Gelebte Inklusion

Bevor es per ICE ab Wunstorf nach Amsterdam ging, haben sich die Schülerinnen und Schüler vor Ort auf das Thema vorbereitet. Sie haben die in Wunstorf verlegten Stolpersteine besucht, selber Steine gestaltet und sich mit dem Leben und der Geschichte der Jüdin Anne Frank beschäftigt. Denn auf dem Programm der viertägigen Klassenfahrt stand auch ein Besuch des Anne Frank Hauses. Untergebracht waren die 17 Schülerinnen und Schüler zusammen mit drei Lehrkräften und zwei pädagogischen Fachkräften in Amsterdam in einem Hostel. Die meisten Schülerinnen und Schüler waren bis dahin noch nicht viel oder gar weit verreist. Schon das war aufregend, wie die beiden Lehrkräfte Nicole Kassen und Anne Seffers berichten. Hinzu kam die Sprachbarriere, bis dahin unbekannte Schülerinnen und Schüler der Partnerschule Xplore Agora und das nicht gerade einfache Thema. Aber zusammen haben es alle ganz toll gemeistert, so Kassen.

Das Video von der Reise zeigt dann auch glückliche und zufriedene Kinder und Jugendliche, die alle mit großem Engagement bei der Sache waren. Und das gilt auch für die Schülerinnen und Schüler der holländischen Schule. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie noch keine Erfahrung mit Förderschülern. Aber von Tag zu Tag wuchs die Gruppe mehr zusammen, überwand Sprachbarrieren und sonstige Einschränkungen. Wie angekündigt, mussten die Schülerinnen und Schüler jeden Tag im Rahmen ihrer Möglichkeiten Notizen oder Bilder in ihr Tagebuch eintragen. Wurden benötigte Hilfsmittel eingesetzt, ließen sich die holländischen Schülerinnen und Schüler diese erklären. War die Sprachbarriere zu groß, sprang eine holländische Schülerin ein, die eine deutsche Mutter hatte. So sind denn auch die beiden Lehrkräfte begeistert von den Schülern der Xplore Agora, die sich so auf dieses Projekt einließen.

Tiefer Eindruck

Gemeinsam haben die Schülerinnen und Schüler beider Schulen das Anne Frank Haus besucht. Ein Besuch, der bei vielen einen tiefen Eindruck hinterließ. Außerdem wurde das jüdische Viertel, die Synagoge von außen und Stolpersteine besucht. Gerne hätten die Schülerinnen und Schüler der Paul-Moor-Schule diese geputzt, wie sie es aus Wunstorf kennen. Leider fehlte die Zeit dazu. Aber nicht nur die Vergangenheit spielte eine Rolle, sondern auch die Gegenwart. Und so entstand ein Lapbook zum Thema Vielfalt. Außerdem sind sich alle grenzübergreifend einig, dass so etwas nie wieder passieren darf, dass man auf Menschen zugehen soll, auch wenn sie anders sind und eine andere Sprache sprechen. Zum Abschied wurde gemeinsam gebacken (Waffeln und Poffertjes) und ein Mobile mit Friedenstauben für den Entspannungsraum der Xplore Agora Schule gebastelt. Eine rundum gelungene Klassenfahrt mit gelebter Inklusion auf beiden Seiten.


Verena Walter-Bockhorn (wb)
Verena Walter-Bockhorn (wb)
Freie Journalistin
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