Wahlempfehlungen: Parteien positionieren sich | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Wahlempfehlungen: Parteien positionieren sich

Wahljahr: Die Parteien positionieren sich. (Foto: tau, Bildmontage)
Wahljahr: Die Parteien positionieren sich. (Foto: tau, Bildmontage)
Wahljahr: Die Parteien positionieren sich. (Foto: tau, Bildmontage)
Wahljahr: Die Parteien positionieren sich. (Foto: tau, Bildmontage)
Wahljahr: Die Parteien positionieren sich. (Foto: tau, Bildmontage)

Die Grünen in Wunstorf sprechen eine öffentliche Wahlempfehlung für den Bürgermeisterkandidaten Martin Pavel (CDU) aus. Auf der Mitgliederversammlung am 28. Februar hat sich eine Mehrheit für diesen Schritt ausgesprochen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Die Empfehlung basiere auf inhaltlichen Überschneidungen, die in einer von den Grünen vorgeschlagenen Kooperationsvereinbarung festgehalten sind. Dieses Papier wurde gemeinsam mit Martin Pavel (CDU) und Daniel Farnung (FDP) erarbeitet und abgestimmt. Es soll der neuen grünen Fraktion nach der Wahl ermöglichen, eigenen politischen Schwerpunkten Nachdruck zu verleihen.

„Es ist mir eine große Ehre, dass mir die Grünen ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt der CDU-Bürgermeisterkandidat Martin Pavel zum Votum der Grünen. Das Ergebnis sei das Resultat vieler offener und vertrauensvoller Gespräche der vergangenen Wochen und Monate. Pavel betont, CDU, Grüne und FDP wollten gemeinsam einen „echten Neuanfang“ für Wunstorf organisieren. Mitte März sollen erste gemeinsame Positionen vorgestellt werden. Weitere Details will das Bündnis zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Bereits am Dienstag, den 17. März lädt Pavel um 19.30 Uhr zum „Bau-Gipfel“ ins Bürgerforum (Lange Straße 24) ein. Eine Diskussion mit den Gästen Rainer de Groot (Unternehmer der Immobilienwirtschaft) und Jost Kemmerich (Bauverein) ist geplant.

SPD will Piellusch am 14. März küren

Der SPD-Ortsverein will wiederum am 14. März Carsten Piellusch offiziell als Bürgermeisterkandidaten nominieren. Danach wird zum Frühjahresempfang in die Abtei eingeladen. Zu Gast sind dann auch die stellvertretende Landesvorsitzende der SPD und Innenministerin Daniela Behrens sowie die Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin Eva Bender. Am vergangenen Freitag hat der Ortsverein seine Jahreshauptversammlung in Großenheidorn abgehalten. Thema war dort auch das Ende der Zusammenarbeit mit der CDU im Stadtrat. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Ehlerding machte deutlich, dass die CDU die Koalition mit der SPD einseitig aufgekündigt habe. Damit sei auch die politische Verantwortung für stabile Mehrheiten und verlässliche Zusammenarbeit aufgegeben worden. Die Debatte werde mit Blick auf das Streitthema Innenstadtsanierung aus seiner Sicht vor allem parteitaktisch geführt und entferne sich zunehmend von einer sachlichen Auseinandersetzung. Das schade der politischen Kultur in Wunstorf und erschwere tragfähige Lösungen. Die Bürgerinnen und Bürger, auch in den Ortschaften rund um die Kernstadt, erwarteten jedoch verantwortungsbewusste Entscheidungen statt parteipolitischer Manöver.

Freie Wähler ohne Wahlempfehlung

Die Freien Wähler Wunstorf sprechen dagegen keine Empfehlung aus. Vorsitzende Kerstin Obladen erklärt, dass der Bruch der Koalition aus CDU und SPD sie nicht überrascht habe. Aus ihrer Sicht habe die viereinhalbjährige Zusammenarbeit nicht die Impulse gebracht, die Wunstorf benötige. Besonders der Mangel an Fortschritten beim Thema bezahlbarer Wohnraum wiege schwer. Zudem betrachtet sie parteipolitische Absprachen auf übergeordneter Ebene kritisch. Wenn Entscheidungen taktisch motiviert seien, schade das dem Vertrauen der Bürger in eine transparente und unabhängige Politik. Eine Empfehlung für einen Bürgermeisterkandidaten werde es daher nicht geben. „Die Menschen in Wunstorf sollen frei entscheiden, wem sie die Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt übertragen“, betont Obladen.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
north