Insgesamt hat die Stadtverwaltung unter Einbeziehung des Ortsrates Steinhude zwei Konzepte in Auftrag gegeben. Eins für die Weiterentwicklung der Badeinsel und eins für den Verkehr in Steinhude. Das Verkehrskonzept zeigt auf, dass sie keineswegs aufeinander abgestimmt sind. Eine Bestandsaufnahme.
In Kurzfassung lag das Hauptaugenmerk der Untersuchung auf der Gewinnung neuer Zielgruppen, Ausweitung des Angebotes, bessere Infrastruktur und Gastronomie. Die beauftragte Firma inspektour schätzte das Entwicklungspotential der Badeinsel so hoch ein, dass sie zum Zugpferd für die Besucherinnen und Besucher in Steinhude werden könnte. Mehr Gäste bedeutet aber auch mehr Verkehr und mehr Parkplatzsuche. Inspektour sprach sich daher für folgende Lenkungsmaßnahmen aus: Optimierung der Anreise mit ÖPNV und Rad bei gleichzeitiger Erhaltung des Parkplatzes an der Badeinsel, mittelfristig Shuttle mit Bus oder Schiff plus Angebot alternativer Parkmöglichkeiten durch Verkehrsleitsystem, Parkleitsystem und Optimierung des Wegeleitsystems. Maßnahmen, die sich auch im Verkehrskonzept wiederfinden lassen. Allerdings nicht im Hinblick auf eine erfolgte Weiterentwicklung der Badeinsel sondern schon für den aktuellen Ist-Zustand.
Im Verkehrskonzept wird die Badeinsel als eigenständiger touristischer Nutzungsschwerpunkt gesehen, der während der Saison der Zielpunkt von Badetouristen ist. Im Bereich der Badeinsel wurden aber nur rund 52 öffentliche Parkplätze gezählt. Die Zufahrt erfolgt jeweils über Wohngebiete. Zur Aufgabenstellung gehörte auch, die zusätzlichen Verkehrseffekte aus der geplanten Weiterentwicklung der Badeinsel zu beachten. Die erfolgte Analyse mündet in der Aussage: „Aus verkehrlicher Perspektive widerspricht die Entwicklung auf der Badeinsel den im Konzept zugrunde gelegten Entwicklungszielen.“ Und das war die Entwicklung einer nachhaltigen und ausbalancierten Verkehrsstrategie samt Sicherung der Lebensqualität und Mobilität der Anwohner. Außerdem Begrenzung von Tagestourismusströmungen bei gleichzeitiger Lenkung des Verkehrs. Im Hinblick auf den aktuellen Ist-Zustand geht man im Gutachten davon aus, dass eine Weiterentwicklung der Badeinsel zum jetzigen Zeitpunkt zusätzliche Verkehre erzeugen würde, die die aktuelle Situation noch verschärfen würden.
Die verkehrlichen Auswirkungen der Weiterentwicklung der Badeinsel hängen maßgeblich von begleitenden Maßnahmen zur Besucherlenkung in Kombination mit Parkraumbewirtschaftung ab. Ob der zusätzliche Verkehr dann so händelbar ist, dass die Ziele des Konzeptes realisierbar bleiben, müsste nochmals untersucht werden. In der Vorlage zum Verkehrskonzept für die kommende Ortsratssitzung am 3. Juni steht jedenfalls, dass Maßnahmen umsetzungsreif ausgearbeitet und mit gesonderter Vorlage zur Beschlussfassung vorgelegt werden sollen. Für die Badeinsel bedeutet das laut Vorlage: Neuordnung des Parkraums und ergänzende Mobilitätsangebote am Parkplatz Badeinsel.