Kommunalwahlkampf | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Kommunalwahlkampf

Wahljahr: Die Parteien stellen ihre Kandidaten auf und positionieren sich.  (Foto: privat, Bildmontage)
Wahljahr: Die Parteien stellen ihre Kandidaten auf und positionieren sich. (Foto: privat, Bildmontage)
Wahljahr: Die Parteien stellen ihre Kandidaten auf und positionieren sich. (Foto: privat, Bildmontage)
Wahljahr: Die Parteien stellen ihre Kandidaten auf und positionieren sich. (Foto: privat, Bildmontage)
Wahljahr: Die Parteien stellen ihre Kandidaten auf und positionieren sich. (Foto: privat, Bildmontage)

Mit Blick auf die Kommunalwahl am 13. September nutzen auch die politischen Parteien das WuWiWo an diesem Wochenende, um mit Bürgern und Wählern ins Gespräch zu kommen. Mit Ständen vertreten sind SPD, CDU, FDP und die Freien Wähler. Viele Parteien befinden sich derzeit mitten in der Aufstellungsphase für die Kommunalwahl. Bei der Entwicklung von Wahlprogrammen wird unter anderem auf Bürgerbeteiligung und Dialogformate gesetzt.

CDU, FDP und AfD

Der CDU-Stadtverband hat am vergangenen Wochenende seine Kandidaten für die Ortsratswahlen nominiert. Demnach gehen rund 80 Bewerber ins Rennen, der Prozess ist jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Parteichef Martin Pavel erklärte auf Nachfrage, dass die Kandidaten für die letzten Ortsratslisten sowie den Stadtrat im Mai folgen sollen. Bereits fest steht die Spitzenbesetzung in mehreren Ortsteilen: In Blumenau tritt Nils Hasenbein auf Platz 1 der CDU-Liste an. In Steinhude und Bokeloh wollen Christiane Schweer und Matthias Waterstradt ihre Ämter verteidigen. In Großenheidorn kandidiert erneut Manfred Wenzel, in Kolenfeld fordert Karl-Peter Philipps den Amtsinhaber heraus. In Luthe setzt die CDU auf Heinrich Heimberg, in der Kernstadt tritt Bernd Heidorn als Spitzenkandidat an.

Der FDP-Stadtverband hat seine personellen Entscheidungen für die Kommunalwahl bereits abgeschlossen. Ratsherr Klaus-Jürgen Maurer führt die Liste des Wahlbereichs I (Kernstadt, Blumenau, Klein Heidorn) an, Regionsabgeordneter Daniel Farnung die Liste des Wahlbereichs II (Großenheidorn, Steinhude, Kolenfeld, Bokeloh, Idensen, Mesmerode, Luthe). Die Liste im Wahlbereich I komplettieren demnach Marco Skoufis, Edzard Schaeper, Ralf Murat Parlar und Lone Zumbrock. Auf der Liste des Wahlbereichs II folgen Sabrina Heissenberger, Petra Enß, Nils Flaßhoff, Ralf Stünkel, Jelger Tosch und Nils Engelking. Für die Ortsräte wurden als Kandidatinnen und Kandidaten gewählt: Ralf Stünkel (Großenheidorn); Marco Skoufis (Klein Heidorn); Lone Zumbrock (Kolenfeld); Nils Flaßhoff, Petra Enß (Steinhude); Daniel Farnung, Sabrina Heissenberger, Nils Engelking, Ralf Murat Parlar, Thorsten Dolle (Luthe); Klaus-Jürgen Maurer, Edzard Schaeper (Wunstorf).

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen zeigt sich der FDP-Stadtverband zuversichtlich. Vorsitzender Farnung verweist darauf, dass es auf kommunaler Ebene keine Fünf-Prozent-Hürde gibt und rechnet mit mindestens zwei Mandaten im Stadtrat. Inhaltlich setzen die Liberalen auf die behutsame Sanierung der Fußgängerzone unter Einbindung der Bürger, die zügige Entwicklung des Oststadtbogens (Vion-Gelände) sowie Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmer. Zudem fordert die FDP ein entschlossenes Vorgehen gegen die Verlandung des Steinhuder Meeres und neue Konzepte für Verkehrsentwicklung nach Fertigstellung der Nordumgehung. Einig sind sich die FDP-Vertreter auch darin, dass der geplante Umbau des Hallenbades neu gedacht werden muss. Neben der Wahl der Kandidaten haben die FDP-Mitglieder auch ihre Unterstützung für den CDU-Bürgermeisterkandidaten Martin Pavel und dessen Zehn-Punkte-Plan bekräftigt.

Der Stadtverband der AfD hat seine Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September ebenfalls aufgestellt. Um einen Sitz im Stadtrat bewerben sich demnach Bernd Wachlinger, Andreas Prinz, Diana Henzen, Siegfried Heimann und Andreas Niepel (Wahlbereich I) sowie Nicolas Lehrke, Jessica Schülke, Marco Kossakowski, Christoph Scholz und Alexander Scholz (Wahlbereich II). Die Vorsitzende des Stadtverbandes, Jessica Schülke, spricht von einem starken, dynamischen Team. Mit Blick auf aktuelle Trends geht die Partei davon aus, bei der Kommunalwahl dazugewinnen zu können. Derzeit verfügt die AfD über zwei Mandate im Stadtrat. Außerdem hat die AfD für drei Ortsräte Kandidaten nominiert. Für den Ortsrat Wunstorf treten Andreas Niepel und Siegfried Heimann an, für Steinhude Nicolas Lehrke und für Idensen Andreas Prinz.

SPD: Dialog und Mitmachformate

Die SPD setzt im Bürgermeisterwahlkampf unter anderem auf ein zehnköpfiges, junges Team, das neue Ideen und Themen einbringen und Carsten Piellusch bei seiner erneuten Kandidatur unterstützen soll. Mit dabei ist der Juso-Vorsitzende Phillip Nülle. Er sagt: „Für uns heißt Wahlkampf: raus aus dem Sitzungssaal, hinein in den direkten und offenen Dialog mit den Menschen vor Ort.” Einen Schwerpunkt bilden Dialogformate. Am vergangenen Wochenende hatten die Genossen zu einer Mitmach-Werkstatt in die Otto-Hahn-Schule geladen, um Ideen für das Wahlprogramm zu sammeln. Über 30 Bürgerinnen und Bürger sowie SPD-Mitglieder beteiligten sich an dem offenen Format, wie der Ortsvereinsvorsitzende Sören Thoms berichtet. Grundlage waren über 200 Ideen, die zuvor im Rahmen einer Kartenaktion in allen Wunstorfer Haushalten gesammelt worden waren. Diese und auch völlig neue Vorschläge wurden in der Werkstatt gemeinsam diskutiert, weiterentwickelt und priorisiert.

Zu den wichtigsten Themen gehörten bezahlbarer Wohnraum und neue Wohnformen, beispielsweise Mehrgenerationenprojekte. Große Unterstützung erhielt auch die Idee eines „Wunstorf-Passes“, der Kindern und Jugendlichen einen einfachen und vergünstigten Zugang zu Bildungs- und Freizeitangeboten ermöglichen soll. Ebenso wurden Ideen zu den Themen Umwelt und Klima eingebracht, unter anderem mehr Förderung für nachhaltige Energie und die Schaffung von mehr ökologischen Flächen für Tiere und Pflanzen. Weitere zentrale Themen waren der Ausbau von Rad- und Verkehrswegen, sowie die Stärkung von Bildungs- und Kulturangeboten. Sören Thoms betonte die Bedeutung des Formats: „Wir wollten nicht nur Ideen sammeln, sondern gemeinsam daran arbeiten, genau das ist gelungen.“ Bürgermeisterkandidat Carsten Piellusch betont: „Das wird kein Programm vom Schreibtisch, wir entwickeln es gemeinsam mit den Menschen in Wunstorf.“

Eine ähnliche Herangehensweise verfolgt auch die CDU mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Martin Pavel, der unter anderem in einem Ladenlokal in der Innenstadt (Lange Straße 24) zu Gesprächen und Diskussionsrunden einlädt, um so Anregungen für das Wahlprogramm der CDU zu sammeln.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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