Wunstorf als Pilotkommune? | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Wunstorf als Pilotkommune?

#wunstorfticker Stadtrat. (Foto: tau)
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Die SPD Wunstorf bringt die Idee eines Wunstorf-Passes in die politische Diskussion ein. Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket sollen damit einfacher, digitaler und unbürokratischer bei Kindern und Jugendlichen ankommen. Entstanden ist der Vorschlag in der Mitmachwerkstatt der Sozialdemokraten. Nun soll er gemeinsam mit Schulen, Vereinen, der Region Hannover und interessierten Bürgern weiterentwickelt werden. Nach den Vorstellungen der SPD soll der Wunstorf-Pass nicht als zusätzliche Karte eingeführt werden. Stattdessen würde die Funktion direkt in den Schülerausweis integriert. Ob Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket besteht, würde ausschließlich digital im Hintergrund geprüft und berücksichtigt.

„Das Bildungs- und Teilhabepaket ist ein wichtiges Instrument für mehr Chancengleichheit. Es ermöglicht Kindern unter anderem das Mittagessen in der Schule, die Mitgliedschaft im Sportverein oder den Besuch der Musikschule. Die entscheidende Frage ist aber: Wie kommen diese Leistungen möglichst einfach und ohne Stigmatisierung bei den Kindern an? Genau darauf gibt der Wunstorf-Pass eine Antwort“, sagt der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Sören Thoms. Nach Ansicht der SPD hätte ein solches System Vorteile über die reine Abwicklung von Förderleistungen hinaus. Der Schülerausweis könnte künftig beispielsweise für die Abrechnung von Mittagessen in Ganztagsschulen sowie für Angebote von Sportvereinen, Musikschulen und kulturellen Einrichtungen genutzt werden. Dadurch ließen sich Verwaltungsabläufe vereinfachen.

„Kein Kind sollte sich dafür erklären müssen, dass es Unterstützung erhält. Alle nutzen denselben Schülerausweis. Wer Anspruch auf Leistungen hat, bekommt diese automatisch im Hintergrund. Das schafft Teilhabe und verhindert Stigmatisierung“, so Thoms. Als Beispiel für die Umsetzbarkeit verweist die SPD auf die YouCard Hamm in Nordrhein-Westfalen. Dort werden Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bereits digital abgewickelt. Ein ähnliches Modell könne als Orientierung für eine Lösung in Wunstorf dienen, angepasst an die örtlichen Gegebenheiten. Die Sozialdemokraten können sich nach eigenen Angaben eine enge Zusammenarbeit mit der Region Hannover vorstellen. Da die Region bereits heute für die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zuständig ist, liege eine Kooperation nahe. Wunstorf könne sich dabei als Pilotkommune anbieten.

Der Wunstorf-Pass sei bewusst noch kein fertiges Konzept, betont Thoms. Vielmehr gehe es darum, die Idee öffentlich zu diskutieren und gemeinsam weiterzuentwickeln. „Wenn wir Teilhabe einfacher machen und gleichzeitig Bürokratie abbauen können, sollten wir diese Chance nutzen“, sagt er.


André Tautenhahn (tau)
André Tautenhahn (tau)
Freiberuflicher Journalist
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