Bürgerandrang im Rat | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Bürgerandrang im Rat

Großes Interesse: Zahlreiche Einwohner verfolgen die Diskussion des Rates zum Quartier Siekhof. (Foto: gi)
Großes Interesse: Zahlreiche Einwohner verfolgen die Diskussion des Rates zum Quartier Siekhof. (Foto: gi)
Großes Interesse: Zahlreiche Einwohner verfolgen die Diskussion des Rates zum Quartier Siekhof. (Foto: gi)
Großes Interesse: Zahlreiche Einwohner verfolgen die Diskussion des Rates zum Quartier Siekhof. (Foto: gi)
Großes Interesse: Zahlreiche Einwohner verfolgen die Diskussion des Rates zum Quartier Siekhof. (Foto: gi)

Es kommt selten vor, dass die Sitzplätze bei einer Sitzung des Rates der Gemeinde nicht ausreichen. Einige der rund 40 Bürger mussten stehen. Sie kamen in erster Linie wegen der Entscheidung zum Tagesordnungspunkt (TOP) „Beschlussfassung über einen städtebaulichen Vertrag für die Erstellung eines B-Planes auf dem Flurstück 43/3, Flur 4, Gemarkung Hagenburg (Quartier Siekhof)“. Bürgermeister Heiko Bothe machte den Vorschlag, diesen TOP 11 gegen TOP 4 zu tauschen, damit die Bürger eine kürzere Wartezeit hätten. Doch der Rat lehnte das ab, was eine Einwohnerin gegenüber einem Pressevertreter flüsternd sagte, das sei aber nicht bürgerfreundlich.

Der Bürgermeister unterbrach die Sitzung, um den Bürgern Gelegenheit für Fragen zu geben. Die waren reichlich, viele sorgten sich vor allem über mehr Verkehr und Lärm. Keine Freude kam auf, dass möglicherweise ein Lebensmittelmarkt, Möbelmarkt oder ähnliches auf dem Gelände entstehen könnte. Die Bürger wünschen sich beteiligt zu werden, auch gab es Stimmen die davon ausgehen, dass die Investoren schon alles parat liegen hätten, was geschehen soll. Der Rat machte deutlich, dass es noch keine fertigen Pläne gäbe und die Bürger bei der Aufstellung eines B-Planes beteiligt werden. Insgesamt eine sachliche Atmosphäre mit gezielten Fragen, die auch von den Mitgliedern des Rates beantwortet wurden.

Patt bei Abstimmung

Die Abstimmung ergab sechs Ja und sechs Nein. Somit wurde dem Abschluss des städtebaulichen Vertrages mit der Wohnquartier Uferstraße 34 GmbH, vertreten durch Matthias Rakelbusch und Torsten Tessmer, nicht zugestimmt. „Die Chance, gemeinsam mit ortsansässigen Investoren das Gebiet zu entwickeln, ist nun nicht möglich“, sagte Bothe gegenüber unserer Zeitung. Für ihn selbst hätte die Entwicklung des Quartiers positive Auswirkungen auf Altenhagen und Hagenburg gehabt. Mit Beschluss vom 26. August 2024 hatte der Rat zugestimmt, dass die Vorhabenträger Tessmer und Rakelbusch das „Quartier Siekhof“ weiterverfolgen sollten. Bedingungen hierfür waren, dass der Gemeinde Hagenburg keine Kosten entstehen und noch zu konkretisierende Auflagen beachtet werden sollten. Mindestens zu berücksichtigen seien eine örtliche ökologische Ausgleichsfläche, eine Querungshilfe an der Steinhuder Straße sowie ein ganzheitliches Konzept in Bezug auf betreutes Wohnen oder einer Tagespflege.

Im Oktober 2025 kamen die Vorhabenträger nochmals auf die Verwaltung zu und bekräftigten ihr Vorhaben. Sie baten darum, die nächsten Schritte in die Wege zu leiten. Hierzu wurde von der Verwaltung ein städtebaulicher Vertrag vorbereitet und mit dem Vorhabenträger und dem Rechtsamt des Landkreises Schaumburg abgestimmt. Die Fläche ist 1,35 Hektar groß, die Gemeinde hatte sich zweimal bemüht, sie käuflich zu erwerben, was aber nicht gelang.


Hans-Heiner Giebel (gi)
Hans-Heiner Giebel (gi)
Freier Journalist
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