Oststadtbogen: Zustimmung mit Kritik | Wunstorfer-Stadtanzeiger

Oststadtbogen: Zustimmung mit Kritik

In der Diskussion: Die Planungen für den neuen Oststadtbogen auf dem ehemaligen Vion-Gelände. (Foto: tau/Stadt Wunstorf)
In der Diskussion: Die Planungen für den neuen Oststadtbogen auf dem ehemaligen Vion-Gelände. (Foto: tau/Stadt Wunstorf)
In der Diskussion: Die Planungen für den neuen Oststadtbogen auf dem ehemaligen Vion-Gelände. (Foto: tau/Stadt Wunstorf)
In der Diskussion: Die Planungen für den neuen Oststadtbogen auf dem ehemaligen Vion-Gelände. (Foto: tau/Stadt Wunstorf)
In der Diskussion: Die Planungen für den neuen Oststadtbogen auf dem ehemaligen Vion-Gelände. (Foto: tau/Stadt Wunstorf)

Grüne und Freie Wähler begrüßen den Neustart auf dem ehemaligen Vion-Gelände. Zugleich kritisieren sie die jahrelangen Verzögerungen und warnen vor Kostenfolgen für die Mieten. Gefordert werden mehr Tempo, Transparenz und bezahlbarer Wohnraum. Die SPD im Stadtrat betont hingegen die tragfähige Grundlage des Projekts, die durch eine verlässliche und konstruktive Zusammenarbeit entwickelt worden sei. Das zeige auch, dass sich eine sachliche und lösungsorientierte Arbeit auszahle.

Der neue Oststadtbogen: So sehen die skizzenhaften Planungen zum Vion-Gelände aus. (Foto: tau/Stadt Wunstorf)
Der neue Oststadtbogen: So sehen die skizzenhaften Planungen zum Vion-Gelände aus. (Foto: tau/Stadt Wunstorf)

Quartier Oststadtbogen

Nach fast zwei Jahren Stillstand kommt Bewegung in die Entwicklung des ehemaligen Vion-Geländes. Stadt und Investor stellen ein überarbeitetes Konzept für ein grünes, nachhaltiges Wohnquartier mit bis zu 400 Wohnungen vor. Die Politik reagiert positiv.

Die beiden Vorstandssprecher der Grünen, Anne Dalig und Reinhard Hüttermann, freuen sich über die Beendigung des Stillstands, fragen aber: „Warum wurden mit mehrjähriger Verzögerung erst jetzt alle Hürden aus dem Weg geräumt, die immer wieder von der Verwaltungsspitze als Hindernisgrund für eine Bebauung vorgetragen wurden? Die verschenkte Zeit wird dem Projekt in Anbetracht der zurückliegenden Preissteigerungen teuer zu stehen kommen.” In die gleiche Kerbe schlägt auch Ratsfrau Kerstin Obladen von den Freien Wählern: „Für Wunstorf ist das eine wichtige Entwicklung. Gleichzeitig kann ich nicht nachvollziehen, warum dieser Schritt erst jetzt erfolgt. Aus meiner Sicht hätte das Verfahren deutlich früher zum Abschluss gebracht werden können. Die langen Verzögerungen haben nicht nur Zeit gekostet, sondern auch die Bau- und Investitionskosten erhöht.”

Diese steigenden Kosten wirkten sich häufig auf die späteren Mieten aus. Wenn das Ziel bezahlbarer Wohnraum ernsthaft verfolgt werden solle, müssten solche Zusammenhänge stärker berücksichtigt werden. Die Grünen verweisen in diesem Zusammenhang darauf, dass bei der weiteren Planung insbesondere bezahlbarer und sozialer Wohnungsbau, sozial durchmischtes Wohnen sowie kleinere Wohnungen für Singles und Senioren berücksichtigt werden müssten. Positiv bewerten die Grünen zudem den aktuellen Entwurf, der auf einen hohen Schallschutzwall verzichtet und dadurch eine dichtere Wohnbebauung ermöglicht. Auch die geplante Aufenthaltsqualität durch Grünflächen, einen Quartiersplatz mit Café sowie mögliche Nutzungen durch Arztpraxen oder kleinere Büros wird begrüßt. Die fossilfreie und autoarme Ausrichtung des Quartiers sowie die Umnutzung des ehemaligen Kellergeschosses zu einer Tiefgarage werden als Beitrag zu mehr Lebensqualität und Nachhaltigkeit hervorgehoben.

Die Freien Wähler kritisieren darüber hinaus, dass nicht alle politischen Kräfte gleichermaßen in die öffentliche Berichterstattung einbezogen würden. Gefordert wird mehr Tempo in den Verwaltungsabläufen, mehr Transparenz und eine stärkere Einbindung aller demokratischen Akteure, um Projekte dieser Größenordnung im Sinne der Bürger erfolgreich umzusetzen. Der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Martin Ehlerding, erklärt wiederum: „Dass sich beim Vion-Gelände jetzt sichtbar etwas entwickelt, ist ein wichtiges Signal für Wunstorf. Es ist gelungen, das Projekt auf eine tragfähige Grundlage zu stellen.” Das sei maßgeblich ein Erfolg des Bürgermeisters und der Verwaltung. „Entscheidend ist eine verlässliche und konstruktive Zusammenarbeit im Interesse der Stadt und nicht das permanente Infragestellen von Entwicklungen”, sagt Ehlerding.

Öffentliche Beratung

Die aktuelle Planung soll am 15. April im Ortsrat Wunstorf öffentlich beraten werden. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Der Investor will zudem an der öffentlichen Beratung im Bauausschuss am 23. April persönlich teilnehmen.


    André Tautenhahn (tau)
    André Tautenhahn (tau)
    Freiberuflicher Journalist
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